Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers

Bereits Anfang des 19.Jahrhunderts wurde das Problem der Übersäuerung beschrieben.
Die wissenschaftlich fundierten Hintergründe einer Azidose untermauern diese Thesen und begründen die moderne Diagnostik und Therapie einer Übersäuerung.

Die Korrektur der Azidose durch eine Entsäuerungstherapie als Basis- Behandlung chronischer Erkrankungen und akuter Beschwerden wird heute in der Naturheilkunde erfolgreich umgesetzt.
Im Blut liegt der pH-Wert optimalerweise zwischen 7,35 und 7,45. Die Messungen des pH-Wertes in Blut, Urin und Speichel erlauben eine gute Aussage über die momentane Stoffwechsellage.
Bei Regulierung des Säure-Basen-Homöostase stehen im Körper mehrere Puffersysteme in einem funktionellen Gleichgewicht zueinander zur Verfügung:

  1. Der Gasaustausch in den Lungen
  2. Die Pufferkapazität des Blutes
  3. Die Ausscheidungsmechanismen der Niere

Bei einer unphysiologisch hohen Säureflut, stoßen die körpereigenen Puffersysteme an ihre Grenzen.
Es kommt zu pH-Verschiebungen, dies führt zu einer latenten Azidose. Wenn diese unbehandelt bleibt, führt dies zur chronischen Azidose.
Es kommt zur vollständigen Entgleisung des Stoffwechsels.
Zur Entstehung der chronischen Azidose mit einer dekompensierten Säure-
Basen-Störung und einem Blut-pH-Abfall unter 7,35 werden zahlreiche Ursachen diskutiert:


Tab. 1: Ursachen einer Azidose


Einfluß der Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt

Die Fehlernährung kann über verschiedene Mechanismen eine latente und langfristig eine chronische Azidose verursachen.
Dieser Defekt begünstigt die Entstehung verschiedener, insbesondere chronischer Krankheiten.
Die Ernährungsform in den westlichen Industrieländern ist geprägt durch einen Überschuss an säurebildenden und an einem Defizit an basenbildenden Lebensmitteln.
Besonders der hohe Protein-, Chlorid- und Natriumgehalt in der durchschnittlichen Kost wird für eine latente Übersäuerung verantwortlich
gemacht. Problematisch ist auch neben der hohen Salzzufuhr und der extremen Aufnahme an Säurebildnern auch die mangelhafte Aufnahme an Kalium und Bikarbonatbildnern.
Der menschliche Stoffwechsel ist an diese Säureschwemme nicht angepasst, so daß das Milieu in Unordnung gerät.

Die säuernde und alkalisierende Wirkung der Lebensmittel ergibt sich nicht direkt aus deren chemischer Zusammensetzung.
Salze organischer Säuren wirken nicht säuernd, sondern alkalisierend, da sie zu Wasser und CO2 verstoffwechselt werden.

Dr. Hay bezeichnete Lebensmittel als „Säurebildner“, weil daraus im Rahmen der Verstoffwechselung Säuren entstehen. Andere wurden von ihm „Basenbildner“ genannt, da sich im Rahmen des Metabolismus daraus Basen ergeben.
Auch stellte er fest, daß erhitzte Lebensmittel eher säurebildend sind als rohe.

Einteilung der Lebensmittelgruppen in Säure- und Basenbildner (zusammengestellt nach dem Mineralstoff- und Wassergehalt, Urin-pH-Wert
und anderen Kriterien:

  1. Stark säurebildend sind: Fleisch, Wurst, Fisch, Eier, Käse, Süßwaren, Weißmehlprodukte, Alkohol und Kaffee.
  2. Schwach säurebildend sind: Quark, Sahne, Nüsse und Vollkornprodukte.
  3. Schwach basenbildend sind: Trockenobst, Rohmilch, Pilze
  4. Stark basenbildend sind: Gemüse, frisches Obst, Kartoffeln und Blattsalate.

    Sowohl eiweißreiche als auch kohlenhydratreiche Lebensmittel wirken säurebildend.
    Tierische Lebensmittel sind in besonderem Maße säurebildend, hingegen sind pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Salat basenbildend.

    Tab. 2: Säure-Base-Wertikgeit der Nahrungsmittel




    Die Basis der Entsäuerungstherapie bildet die Ernährungsumstellung.
    Der Betroffene verzichtet auf säurebildende Nahrungsmittel.
    Die säurearme, gesunde Ernährung besteht aus 80% Basenspendern und nur 20% Säurespendern.
    Viel Bewegung fördert die Säureausscheidung über den Schweiß und über die Abatmung durch die Lunge.
    Regelmäßige Saunabesuche unterstützen die Entsäuerung.