In der heutigen Zeit gibt es immer mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche. Dies liegt natürlich an vielen Faktoren, welche ich nicht alle hier aufführen kann. Eine spezielle Beratung u.a. mit dem Kinderarzt, wäre in diesem Falle notwendig.

Gerade bei Kindern und Jugendliche ist eine gesunde, ausgewogene und vollwertige Ernährung wichtig.
Die Eßgewohnheiten gehören zu den beständigsten Verhaltensmustern des Menschen.
Sie entwickeln sich vorwiegend in der Familie, werden aber auch in Kindergarten, Schule und durch Werbung stark beeinflusst.
Ein Kind orientiert sich an seinen Bezugspersonen und Vorbildern, wie den Eltern, Großeltern, Geschwistern, Verwandten, Erzieher/innen und Pädagogen/innen und ahmt diese nicht nur beim Essen und Trinken nach.

Erwachsene sind die Vorbilder der Kinder und Jugendlichen. Sie lernen aus dem Fehlverhalten der Erwachsenen und übernehmen z.B. folgende Angewohnheiten:

  • zu schnelles Essen
  • zu viel
  • zu einseitig
  • zu salzig
  • zu fett
  • zu viel Fleisch und Wurst
  • zu viele Süßigkeiten
  • zu viel Alkohol
  • zu wenig kalorienarme Getränke
  • zu wenig Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte
  • u.a.

Laut Ernährungsbericht der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) enthält die Ernährung der Kinder und Jugendlichen:

  • zu wenig Kohlenhydrate, vor allem in Form von Stärke und Ballaststoffen. Ballaststoffe schützen vor Verstopfung.
  • Zu wenig Calcium, das wichtiger Baustoff für Knochen und Zähne ist.
  • Zu wenig Folsäure, die vor allem für die Zellneubildung und Zellteilung wichtig ist.
  • Zu wenig Jod, als wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone.
  • Zu wenig Eisen, welches wichtig für den Transport von Sauerstoff im Körper ist.
  • Zu wenig kalorienarme Getränke bzw. Trinken generell zu wenig.

Ungünstige Essgewohnheiten, die in der Kindheit geprägt werden, sind nur schwer im Erwachsenenalter wieder los zu werden. Diese können zu extremen Mangelerscheinungen und Krankheiten führen.


Anzeichen bzw. Folgen einer eventuellen Fehlernährung sind:

  • Konzentrationsschwäche
  • Geringe Leistungsfähigkeit
  • Geringe Widerstandskraft gegen Krankheiten
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Lustlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung
  • Karies
  • Untergewicht bis zur Magersucht
  • Übergewicht
  • Allergien
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Osteoporose
  • Diabetes mellitus
  • Gicht
  • Bestimmte Krebserkrankungen werden durch falsche Ernährung gefördert.
  • u.a.

Mit einer ausgewogenen Ernährung kann man vielen Zivilisationskrankheiten frühzeitig vorbeugen.
Gesund und fit bleibt man am sichersten mit einer vollwertigen Ernährung.
Vollwertig heißt: Alle Nährstoffe (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) werden in optimaler Menge mit den Lebensmitteln zugeführt - sinnvoll kombiniert und schonend zubereitet.
Gesundheitsfördernd sind auch die sekundären Pflanzenstoffe. Sie wirken z.B. antibakteriell und krebsvorbeugend und kommen nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor.


Die 3 Grundregeln

für eine gesunde Ernährung lauten - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen:

  1. Reichlich pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse, Getreide) und Getränke
  2. Mäßig tierische Lebensmittel (Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier)
  3. Sparsam fettreiche Lebensmittel (Butter, Margarine, Öle, fettreiche Fleisch- und Wurstwaren) und Süßwaren


Wie hoch ist der Energiebedarf?

Kinder und Jugendliche benötigen zusätzliche Energie für ihr Wachstum- und zwar abhängig von Alter, Körpergröße und Körpergewicht. Bezogen auf ein Kilogramm Körpergewicht haben Kinder einen höheren Energiebedarf als Erwachsene.
Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sind die Hauptnährstoffe und Energielieferanten. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefern keine Energie, es sind Wirkstoffe, die im Stoffwechsel lebensnotwendige und unterschiedliche Aufgaben haben.

Richtwerte für den Energiebedarf: (in kcal/Tag)

Alter
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
1 bis 4 Jahre
1.000
1.100
4 bis 7 Jahre
1.400
1.500
7 bis 10 Jahre
1.700
1.900
10 bis 13 Jahre
2.000
2.300
13 bis 15 Jahre
2.200
2.700
15 bis 19 Jahre
2.400
3.000
19 bis 25 Jahre
2.200
2.600
25 bis 51 Jahre
2.000
2.400
51 bis 65 Jahre
1.800
2.200
65 Jahre und älter
1.700
1.900
Quelle: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, DACH, 2000
DGE, Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr, 6. Auflage


Essen und Trinken mit Genuss

Eine farbenfrohe Zusammenstellung der Mahlzeiten mit bunten Früchten und Gemüsearten ist wichtig. Ebenso gut kommt eine nette Dekoration mit Kräutern, Obst- und Gemüsestückchen auf "eintönige" Speisen wie Suppen, Eintöpfe und Soßen an.
Generell gilt, nichts ist verboten, jedoch alles in Maßen!
Auch in einem Fastfood Restaurant kann man eine ausgewogene Mahlzeit bestellen wie z.B.: Hamburger mit Salat und Orangensaft oder Milchshake.
Probieren Sie doch mal - mit den Kindern zusammen - zuhause, eigene Hamburger, Fischburger, Pommes aus dem Backofen oder Pizza zu machen. Sie werden sehen, den Kindern schmeckt dies wesentlich besser als in einem Fastfood Restaurant oder Imbißbude, zudem Sie wesentlich mehr Möglichkeiten des Belages z. B. beim Burger (Salatblätter, Tomaten-, Gurken- und Zwiebelscheiben, Frikadelle und evtl. selbsthergestelltes Ketchup) haben.

Verweigert oder mag Ihr Kind kein Gemüse, Obst oder Milchprodukte, dann sollten Sie nicht aufhören dies trotzdem anzubieten. Oft hilft eine andere Variation des Anrichtens, durch "Verführungen" mit verschiedenen Soßen, anderen Garmachungsarten oder nette Dekorationen (Ausstechen des Namens).
Als Beispiel: "Ungeliebtes" Gemüse evtl. fein raspeln oder pürieren, Obst auf Spieße mit Quark und Zimt anrichten, Quarkspeise mit Obst oder Kräutern abschmecken, Milch mit etwas Kakao und Zucker anrühren.
Vorsichtig! Fertigprodukte wie Milchmixgetränke sind extrem gesüßt und enthalten nicht nur viel Zucker, sondern meist auch sehr viel Fett.

Es ist nicht nur wichtig Was und Wieviel jeder isst, sondern auch Wann gegessen wird.
Der kindliche Stoffwechsel ist vormittags am aktivsten, somit ist die Faustregel für die Verteilung des Energiezufuhr eines Kindes:

1/3 am Morgen und am Vormittag,
1/3 mittags
und 1/3 am Nachmittag und Abend

entsprechend aufgeteilt auf 5 oder mehr Mahlzeiten.
Die sogenannte physiologische Leistungskurve zeigt, daß die Leistung durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Zwischenmahlzeiten mildern Leistungstiefs zwischen den Hauptmahlzeiten.
Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten zudem die Verdauung nicht so sehr und der Körper wird den ganzen Tag über mit Nährstoffen versorgt. Verbrauchte Energie wird zügig ersetzt und die Leistungsfähigkeit bleibt beständiger.


Wieviel dürfen Kinder und Jugendliche wiegen?

Ob ein Kind oder Jugendlicher unter-, über- oder normalgewichtig ist, wird zunehmend mit dem BMI (Body Mass Index) gemessen.

BMI = Body Mass Index = Körpermassenindex:

"Gewicht in kg : (geteilt durch) Größe in Meter ²"

Diese Daten werden dann wie folgt interpretiert:

< 20 =
Untergewicht
20 - 24,9 =
Normalgewicht
25 - 29,9 =
Übergewicht (Adipositas Grad 1)
30 - 39,9 =
Adipositas = Fettsucht, Grad 2
> 40 =
Extreme Adipositas, Grad 3

Auch gibt es für Kinder spezielle Perzentilien, welche nicht nur Körpergröße, Alter und Geschlecht, sondern auch die Hautfaltendicke und Körperfettmasse berücksichtigen. Hierzu fragen Sie Ihre/n Kinderärztin bzw. -arzt.


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